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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 765 mal aufgerufen
 Hier wird vorgestellt und besprochen:
Leselust Offline



Beiträge: 2.098

20.06.2006 14:29
RE: Frances Hodgson Burnett (1849-1924) antworten

Drei entzückende Kinderbücher, die Erwachsene ohne Scheu und mit Gewinn lesen können, verdanken wir dieser Frau:
Der kleine Lord, die Geschichte eines kleinen Jungen, der die ersten sechs Jahre seines Lebens in Amerika verbringt. Sein Vater ist tot, seine Mutter zieht ihn mit viel Liebe und wenig Geld groß. Der bärbeißige adlige Großvater holt beide nach England, eigentlich nur, um seinen eigenen Stolz zu pflegen - und der Kleine ist in einer Weise herzlich, freundlich und arglos, daß er das Herz des alten Knurrers gewinnt. Eine Geschichte, die zu Herzen geht, ohne kitschig zu sein, weil die Autorin psychologisch genau ist und den grimmigen Alten keineswegs am Schluß zum Erzengel macht.
Sarah, die kleine Prinzessin beschreibt die Tochter eines britischen Offiziers in Indien, der sie nach dem Tod seiner Frau zunächst allein erzieht und dann in ein Internat nach England bringt. Das verwöhnte, kluge, hübsche, dabei freundliche Mädchen ist zunächst der Star der Schule. Dann läßt der Vater sich auf Geschäfte mit einer Diamantmine ein, macht Konkurs und stirbt. Sarah ist mittellos und wird von der hartherzigen Heimleiterin als Dienstmagd schikaniert. Wie sie sich damit versucht, zurechtzufinden, und wie märchenhaft sie dieser Misère entkommt, beschreibt das Buch. Auch hier vermeidet die Autorin das Abgleiten in den Kitsch, weil Sarah kein unberührter Engel bleibt, sondern an Ungerechtigkeit und Not leidet und seelisch beeinflußt wird. Das zauberhafte Ende wird von liebe- und humorvollen Menschen herbeigeführt, die ihrerseits auch glaubwürdig sind.
Der geheime Garten ist mein Lieblingsbuch unter diesen dreien. Auch hier geht es um ein in Indien geborenes englisches Mädchen, aber diesmal das unsympathische Kind gleichgültiger Eltern. Als die Cholera ausbricht, überlebt das Mädchen als einzige und wird zu einem verbitterten und schrulligen Onkel auf einem englischen Adelssitz gebracht. Die Entdeckung des geheimgehaltenen ummauerten Gartens ist der Anstoß zu einer gesunden Entwicklung: aus dem kränklichen, unsympathischen, lieblosen Gör wird durch die heimliche und begeisterte Arbeit in dem verwilderten Garten ein gesundes, fröhliches und freundliches Kind - und nicht nur ein Kind profitiert davon. Ein schöner Entwicklungsroman, in dem der Garten für altruistisches und gesundes Leben steht.

Zwilli Offline




Beiträge: 1.389

26.06.2006 09:45
#2 RE: Frances Hodgson Burnett (1849-1924) antworten

Gelesen habe ich Frances Hodgson Burnett noch nicht, aber alle drei Werke wurden auch verfilmt, anscheinend dicht am Buch, sie waren zu Herzen gehend, spannend und hatten sehr ausgefeilte Charaktere.

mande ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2006 18:05
#3 RE: Frances Hodgson Burnett (1849-1924) antworten

Frances Hodgson Burnett kenne ich noch nicht. Werde mich ein wenig im Internet amschauen.
Ich selbst möchte hier einen meiner Lieblingsdichter/Schriftsteller vorstellen. Es ist Dylan Thomas.
Sein Hauptwerk ist "Under Milk Wood" ("Unter dem Milchwald")
Es ist eigentlich als ein Hörspiel geschrieben. Ein Spiel für Stimmen, aber wurde auch erfolgreich auf allen Bühnen der Welt gespielt.
Trotzdem es ein Hörspiel ist, ist es dennoch wie zum lesen geeignet.
In diesen Werk wird der ´kleine Alltag´, auf höchstem literarischem Niveau gestellt. Ein Spiel mit Stimmen über Tod, Liebe, Fröhlichkeit, der kleinen Sünden, Festtage und Jahrmarktbudenzauber. über die Gefühle und Sehnsüchte einer nur wenige Seelen zählenden walisischen Seestädtchens, welches stellvertretend ist für die ganze Welt steht .
Diese Stück nicht gelesen/gehört, oder gesehen zu haben, wäre für mich ein literarischer Verlust gewesen.
Ebenso seine Gedichte und andere kleine Werke,( sein Oeuvre
ist nicht sehr umfangreich)sind Kleinode der Weltliteratur.
Erich Fried, ich habe Dylan Thomas auch in seiner Übersetzung, schrieb:
-Viele dieser Geschichten und Prosagedichte gehören zu den eigenwilligsten, stärksten und schönsten englischen Prosadichtungen des Jahrhunderts.
Dylan Thomas wurde 1914 im walesischen Swansea geboren und starb früh im Jahre 1953. Einer der Hauptursachen seines Todes war wohl der Alcohol.
Neben "Unter dem Milchwald" und seinen Gedichten gehören
"Ganz früh am Morgen" und "Ein Blick aufs Meer". Meisterstücke seiner Erzählkunst.

Mit freundlichen Grüssen,
Mande

[ Editiert von mande am 30.06.06 6:51 ]

Alexanderle Offline



Beiträge: 1

15.07.2007 14:20
#4 RE: Frances Hodgson Burnett (1849-1924) antworten

Dylan Thomas ist ein wahrhaft erlesener Dichter! Seine kleinen, kindlich verspielten, auf dem Fensterbrett von Verwandten erträumten, possierlich - anmutigen und ungemein sprachwitzigen Stücke sind " unerhört " ! Ein wenig erinnern sie mich bisweilen an die berliner Expressionisten, die insbesondere in der gedrungen - gewitzten Person von Jakob van Hoddis, einen ausgesprochenen modernen Stilisten hatten - eine Brücke von anno Bidermannklassik in die neue selbstverlorene Zeit. Wird im August wieder die Regale gestellt!!!!
Breton - der Surrealistenguru hielt jenen vsn Hoddis hoch, als die leuchtenste Frucht der dazumal gegenwärtigen deutschen Poesie; " Child Dylan " hatte Mühe sich von den Surrealisten zu distanzieren, die ihm dann und wann auf die Hacksen einzuholen schienen. Ein Geflecht von Seide - die Literatur des 20 Jahrhunderts vielleicht!

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