Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
logo
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 1.044 mal aufgerufen
 Hier wird vorgestellt und besprochen:
Leselust Offline



Beiträge: 2.098

25.06.2006 14:08
RE: Anton P. Tschechow (1860-1904) antworten

Tschechow
schrieb neben Dramen und Romanen eine Unzahl an kurzen Erzählungen. Sie spielen immer zu seiner Zeit, aber unter ganz verschiedenen Menschen: Armen und Reichen, Dummen und Klugen, Freundlichen und Boshaften. Dabei vermeidet Tschechow jede Art der Schwarzweißmalerei: seine Unsympathen sind durch Erziehung und soziale Umstände so geworden, und die "Guten" sind keineswegs immerzu heiligmäßig. Seine besondere Sympathie gilt den Frauen, den Armen, den Schwachen. Mit herrlicher Bissigkeit und gleichzeitig tiefer Menschlichkeit schildert er Torheit und Versagen seiner Zeitgenossen.
Den schwächeren seiner Kurzgeschichten merkt man zwar an, daß er sie mit heißer Feder schrieb, und die Miete bezahlen zu können - denn vor seinem literarischen Durchbruch, der ihn zum wohlhabenden Mann machte, war er auf Auftragsarbeiten für Zeitungen angewiesen. Aber selbst diese zeigen seinen virtuosen Umgang mit der Sprache - und seine Sympathien für die Kleinen. Hinreißend komische Geschichten schrieb er ebenso wie unendlich traurige - aber niemals sind die komischen ohne herbe Kritik an menschlichem Verhalten, und die traurigen und düsteren sind nie ohne Sprachwitz.
Ein junger Mann kommt in der Weihnacht von einer spiritistischen Sitzung und findet in seiner Wohnung einen Sarg. Ein Mann hat seine Frau betrogen und findet einen Säugling vor seiner Tür. Ein Mann wurde von seiner Frau betrogen und geht eine Pistole kaufen... Und alles kommt anders, als man glaubt, ist unvorhersehbar komisch oder schrecklich - oder beides.

mande ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2006 07:17
#2 RE: Anton P. Tschechow (1860-1904) antworten

Ich habe diesen kleinen Beitrag von der Plauderecke hierher gestellt, weil es sich ja um russische Literatur handelt. Hoffe, es ist in Ordnung.
Mande

Ich habe vor einiger Zeit Tschechow Erzählungen wieder zur Hand genommen. Ich lese sie öfters, weil sie kurzweilig und amüsant sind. Wobei das Wort amüsant manchmal ein wenig relatviert werden muss, wie bei der Erzählung "Der Dicke und der Dünne". Denn in dieser Geschichte kommt, ja, ohne Übertreibung, der russische Untertanencharakter in der Zarenzeit zum Vorschein.
Bevor ich das Nationaltheater in Helsinki, lange Jahre mein Arbeitsplatz, verliess und in Rente ging, konnte ich noch Tschechows "Drei Schwestern" bewundern.
Bis zu nächsten kleinen Austausch,
Euer Mande

Gemini Offline




Beiträge: 11.569

10.07.2007 10:02
#3 RE: Anton P. Tschechow (1860-1904) antworten

Wer "Der Dicke und der Dünne" lesen möchte, findet es online hier

Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny

 Sprung  
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen