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Leselust Offline



Beiträge: 2.098

30.06.2006 19:43
RE: George MacDonald (1824-1905) antworten

Was geschieht, wenn... ist die Frage, die fast allen Märchen des Märchendichters und christlichen Apologeten George MacDonald vorangeht. Was, wenn ein Mädchen nie die Sonne und ein Junge nie die Dunkelheit sieht - und die beiden sich treffen? Was, wenn eine Prinzessin der Schwerkraft nicht unterliegt? Was, wenn eine Frau mit dem Mondzyklus altert, so daß sie bei Vollmond gesund, schön und jung ist, bei Neumond uralt und gebrechlich?
Macdonalds Märchen sind von der schottischen und irischen Sagenwelt beeinflußt und haben einen eigenen, zuweilen fröhlich-anzüglichen Sprachwitz. (So ist die schwerelose Prinzessin "the light princess", also die leichte Prinzessin, was im Englischen genau die gleiche freche Doppeldeutigkeit besitzt wie im Deutschen - und mit dieser Doppeldeutigkeit spielt M. das ganze Märchen hindurch.) Die Märchen sind von einem ebenso heiteren wie ernsten Christentum geprägt, ohne frömmlerisch zu sein; ein fester Glaube an Vergebung aller Schuld und Erlösung aus allen Nöten ist Macdonalds Grundtenor. Auch der Märchenroman Phantastes ist eine Erlösungsgeschichte.
Leider gibt es von MacDonald z.T. sehr schlechte Übersetzungen, die seinem hinreißenden Sprachwitz nicht gerecht werden.

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