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Leselust Offline



Beiträge: 2.098

04.07.2006 13:15
RE: Adalbert Stifter (1805-1868) antworten

Der Novellenzyklus
Bunte Steine

beschreibt in realistischer Weise die Schicksale ganz verschiedener Menschen. Hintergrund bildet die österreichische Alpenwelt, die Stifter mit viel Liebe zum Detail und Sinn für die Schönheit und Dramatik der Natur schildert. Die erste der sechs Geschichten,
Granit,
beschreibt das Leben und die verschiedenen Typen der Dorfleute anhand eines Kindheitserlebnisses: ein fahrender Händler pinselt einem kleinen Jungen aus Schabernack Wagenschmiere auf die nackten Fußsohlen - und der Kleine betritt damit die frischgeputzten Dielen des Hauses, was Ärger gibt.
Kalkstein
beschreibt einen Landgeistlichen, der in äußerster Armut lebt, obwohl seine Einkünfte zu einem bescheiden-standesgemäßen Leben ausreichen. Er gilt als geizig, bis nach seinem Tod sein Testament eröffnet wird: Er fühlte sich durch seine Religion verpflichtet, alles Geld, daß er irgend erübrigen kann, zugunsten eines Schulhauses für die Dorfkinder anzulegen. - Daß Stifter diesen komischen Heiligen ohne Kitsch, aber mit liebenswürdigem Humor und tiefem Ernst beschreibt, zeigt seine Fähigkeit als Autor.

Turmalin
ist die Geschichte eines Mädchens, daß seinen alleinerziehenden Vater durch einen Unfall verliert - und gleichzeitig die Geschichte der Familie, die es aufnimmt.
Die bekannteste Novelle des Zyklus ist

Bergkristall,

die (jüngst von Vilsmaier leider nicht ohne Kitsch verfilmte) dramatische Geschichte von zwei Kindern, die sich zu Weihnachten in den Bergen verirren. Hier werden mit großer Sensibilität Verhalten und Gefühlswelt der beiden Kinder beschrieben, die noch zu klein sind, die Gefahr wirklich zu begreifen, in der sie sich befinden.

Katzensilber

beschreibt die Freundschaft zwischen zwei Geschwisterkindern und einem fremden Mädchen, über dessen Herkunft niemand etwas Genaues herausbringen kann. Die Fremde verändert die in Vorurteilen befangenen Erwachsenen gerade durch ihr Anderssein. Wirklich angenommen wird sie aber erst nach einem höchst dramatischen Vorfall. Eine schöne und spannende Geschichte über Freundschaft und Toleranz.

Bergmilch

spielt im deutsch-französischen Krieg - ein Offizier besetzt einen kleinen Adelssitz, und die Ereignisse führen Jahre später zu seiner Heirat mit der Tochter des Schloßherren. Der Zyklus schließt mit der Überzeugung, daß Liebe stärker ist als Krieg.

[ Editiert von Administrator Gem-ini am 04.07.06 13:36 ]

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